Einleitung: Der Gigant auf tönernen Füßen
Wenn Sie eine Agentur nach einer neuen Website fragen, lautet die Antwort in 90% der Fälle: "Wir machen das mit WordPress." Das ist verständlich. WordPress betreibt über 40% aller Websites weltweit. Es ist der Standard. Jeder kennt es, viele können es bedienen.
Doch "beliebt" heißt nicht automatisch "gut für Ihr Business". Auch VHS-Kassetten waren mal der Standard. WordPress wurde 2003 als Blog-Software entwickelt. In den letzten 20 Jahren wurde es immer weiter aufgebläht, um Online-Shops, Firmenportale und Foren abzubilden. Technisch gesehen ist es ein "Monolith" aus der Vergangenheit, der für die Anforderungen des Jahres 2025 – Geschwindigkeit, Sicherheit und Skalierbarkeit – immer schlechter geeignet ist.
Ich habe mich bewusst entschieden, keine WordPress-Websites mehr anzubieten. In diesem Artikel erkläre ich Ihnen, warum das zu Ihrem Vorteil ist.
1. Das Sicherheitsproblem: Zielscheibe Nummer Eins
Stellen Sie sich vor, Sie nutzen ein Schloss für Ihre Haustür, das auch 400 Millionen andere Menschen nutzen. Sobald ein Einbrecher einen Nachschlüssel für dieses eine Schloss findet, kann er in 400 Millionen Häuser einbrechen.
Genau das ist das Problem von WordPress. Da es so verbreitet ist, konzentrieren sich Hacker fast ausschließlich darauf, Lücken in WordPress und seinen Erweiterungen (Plugins) zu finden.
- Laut Sicherheitsreporten sind veraltete Plugins für 98% aller WordPress-Hacks verantwortlich.
- Sie müssen ständig Updates einspielen. Tun Sie es einen Tag zu spät, kann Ihre Seite schon infiziert sein, Spam-Mails versenden oder Kundendaten leaken.
Die moderne Alternative: Ich setze auf "Statische Websites" (Jamstack). Hier gibt es keine Datenbank und keine PHP-Skripte auf dem Server, die gehackt werden könnten. Ein Angreifer steht vor einer verschlossenen Betonwand, nicht vor einer Tür mit Schloss. Es ist technisch fast unmöglich, diese Seiten auf herkömmlichem Weg zu hacken.
2. Die "Plugin-Hölle" und der Wartungsstau
Der Satz "Dafür gibt's ein Plugin!" ist der Anfang vom Ende vieler performanter Websites. Sie wollen ein Kontaktformular? Plugin. Ein Slider? Plugin. SEO? Plugin. Schnell haben Sie 30 verschiedene Erweiterungen von 30 verschiedenen Hobby-Entwicklern installiert.
- Inkompatibilität: Nach einem Update verträgt sich Plugin A plötzlich nicht mehr mit Plugin B. Die Seite stürzt ab ("White Screen of Death").
- Abhängigkeit: Der Entwickler Ihres wichtigsten Plugins hat keine Lust mehr? Pech gehabt. Sie müssen eine Alternative suchen und alles neu konfigurieren.
- Kosten: Gute Plugins kosten Geld (Jahresabo). Die "kostenlose" WordPress-Seite kostet plötzlich 500 € im Jahr an Lizenzgebühren.
Das Ergebnis ist oft ein "Frankenstein-System". Code von fünfzehn verschiedenen Entwicklern, der irgendwie zusammengehalten wird. Wenn ein Plugin ein Update macht, crasht ein anderes.

3. Performance-Probleme ("Der Ladebalken des Todes")
WordPress arbeitet "dynamisch". Jedes Mal, wenn ein Besucher Ihre Seite aufruft, muss der Server:
- Die Datenbank abfragen.
- Das Theme laden.
- Alle Plugins laden.
- Die Seite aus tausenden Einzelteilen zusammenbauen.
- Das fertige HTML an den Besucher schicken.
Das kostet Zeit. Wertvolle Millisekunden oder sogar Sekunden. Sie können das mit teuren Caching-Plugins kaschieren, aber das Grundproblem bleibt.
Die moderne Alternative: Meine Webseiten sind "Pre-Rendered". Das bedeutet: Die Seite wird einmal fertig gebaut, wenn ich sie hochlade. Wenn ein Besucher kommt, liegt die fertige Datei schon bereit und wird sofort ausgeliefert. Das Ergebnis sind Ladezeiten, die mit WordPress kaum zu erreichen sind (oft unter 0,5 Sekunden).
4. Für wen ist WordPress trotzdem richtig?
Ich will fair bleiben. WordPress hat seine Nische. Wenn Sie eine Redaktion mit 20 Leuten haben, die täglich 10 Nachrichtenartikel veröffentlichen und komplexe Workflows im Backend brauchen, ist WordPress immer noch ein mächtiges Werkzeug.
Aber für die klassische Unternehmenswebsite – Startseite, Leistungen, Über uns, Kontakt, vielleicht ein kleiner Blog – ist es, als würden Sie mit einem 40-Tonner zum Brötchenholen fahren. Teuer im Unterhalt, schwerfällig zu parken und völlig überdimensioniert.
Fazit: Setzen Sie auf Technologie von heute
Das Web hat sich weiterentwickelt. Technologien wie Astro, Eleventy oder Next.js (der sogenannte "Jamstack") sind die Antwort auf die Probleme von WordPress. Sie bieten:
- Perfekte Sicherheit (da keine Angriffsfläche).
- Maximale Geschwindigkeit (gut für Google).
- Geringere Hosting-Kosten (da weniger Rechenleistung nötig).
- Keine Wartungsverträge (da keine ständigen Sicherheitsupdates nötig sind).
Wenn Sie eine Website wollen, die für Sie arbeitet und nicht an der Sie ständig arbeiten müssen, dann lassen Sie uns über Alternativen sprechen.

